Schon immer sind die Kommunen generell für „alle Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft“ zuständig. Aufgrund der Vielfalt dieser Aufgaben ist eine schnelle Umsetzung finanziell und zeitlich gar nicht möglich. Deshalb sind die Kommunen gesetzlich verpflichtet, die Aufgaben nach den Prioritäten wie folgt zu gliedern:
Grundsätzlich gilt „stets Pflichtaufgaben vor Freiwilligen Aufgaben!“
Immer mehr führt die schwierige Finanzsituation vieler Kommunen dazu, dass nicht einmal mehr die Pflichtaufgaben ohne neue Kreditaufnahmen finanziert und erfüllt werden können. Gerade bei Haushaltsproblem – Haushaltskonsolidierungskonzepten geraten die Kommunen in die Spannungsfelder Pflichtaufgaben- Freiwillige Aufgaben. Viele Aufgaben – besonders aber Tourismus als „Freiwillige Aufgabe“ laufen bei Haushaltsdiskussionen und Haushaltsgenehmigungen durch die Rechtaufsichtsbehörde Gefahr, zurückgestellt, gekürzt oder gar ersatzlos gestrichen zu werden.
Schwierig wird es für prädikatisierte Kurorte, wenn aus finanziellen Gründen bestehende Einrichtungen in Frage gestellt werden.
Bundesweit fordern die Gemeinde-Städte- und Landkreistage die Reduzierung von Aufgaben oder mehr Geld, damit die Kommunen ihre Haushalte ausgleichen können. Diese rutschen teilweise dramatisch in die Verschuldung. Dies führt zu einer schleichenden Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung, die in Artikel 28 Abs.2 des Grundgesetzes eigentlich garantiert ist. Städte und Kommunen läuten die Alarmglocken.
Sowohl das „KfW -Kommunalpanel 2025“ als auch der „Kommunale Finanzreport 2025“ der Bertelsmann-Stiftung zeigen bundesweit länderbezogen auf, wie und warum steigende Ausgaben 2024 bei den Kommunen ein Rekordminus und steigende Verschuldungen erzeugten.
Ende 2025 erhielten die Kommunen zwar anteilmäßige Zuschüsse aus dem Bundes- Sondervermögen für die Infrastruktur von 100 Milliarden, diese reichen aber nicht aus, um die strukturellen Finanzprobleme zu lösen.
Für Tourismusgemeinden zeigt der Deutsche Tourismusverband (DTV) in einem ausführlichen Positionspapier „Kommunale Tourismusfinanzierung“ vom Mai 2025 auf, wie eine zukunftsorientierte Tourismusförderung auf den drei zentralen Finanzierungssäulen Finanzierung durch die Kommunen – durch die Gäste und durch die Wirtschaft aussehen kann. Dadurch können zwar Mehreinnahmen erzielt werden, die sich positiv in der Tourismusbilanz auswirken, sie lösen aber das Haushaltsproblem nicht, da einerseits die Steuereinnahmen infolge schwacher Konjunktur einbrechen und andererseits die wichtigsten Ausgabearten wie Personal, Sachaufwand und Soziales ungebremst wachsen.
HPC unterstützt Kommunen bei Haushaltsproblemen: Haushalts- Strategieworkshops
HPC mit einem erfahrenen Beratungsteam unterstützt Kommunen bereits bei der Aufstellung und Beratung von Haushalten- Doppelhaushalt. Durch gemeinsame Haushalts-Zukunfts-Strategieworkshops der Verwaltungen mit den Gemeinderatsgremien werden auf Basis aktueller Haushaltsplanunterlagen, Entwicklungsplanungen und Förderprogrammen die Auswirkungen aktueller und zukünftiger Pflichtaufgaben und Freiwillige Aufgaben untersucht, priorisiert und in mehrjährige Finanz- und Investitionspläne eingearbeitet. Finanzierungsmöglichkeiten werden aufgezeigt.
HPC übernimmt – bei Tourismusgemeinden in Zusammenarbeit mit dem dwif – die Vorbereitung, Steuerung, Moderation und Dokumentation dieser internen Zukunftsworkshops. Das Ergebnis: Arbeits- und Umsetzungsgrundlagen für die nächsten Haushaltsplanaufstellungen stehen der Verwaltung und dem Gemeinderat zur Verfügung.