Ausgangssituation
Seit Jahren befinden sich die Kommunen mit ihrer angespannten Haushaltslage im Spannungsfeld Pflichtaufgaben-Freiwillige Aufgaben.
Erschwerend dazu kommt, dass ein finanzielles Engagement der Kommune bei der „Freiwilligen Aufgabe Tourismus“ gegenüber den Aufsichtsbehörden begründet werden muss. Den meisten Kommunen fehlen bisher fundierte Analysen und konkrete Ergebnisse, welche Kosten und welchen Nutzen Tourismus tatsächlich in den kommunalen Haushalten und Wirtschaftsplänen verursacht und welche ökonomische Bedeutung er darüber hinaus für eine Kommune einnimmt.
Aufgabenstellung- Zielfragen
Das Ziel der „Nationalen Tourismusstrategie“ der Bundesregierung vom Januar 2026 ist, gute Rahmenbedingungen für die gesamte Tourismusbranche zu schaffen. In dem DTV- Positionspapier „Kommunale Tourismusfinanzierung“ werden Möglichkeiten aufgezeigt, den öffentlich finanzierten Tourismus zu stärken. Diese hilfreichen Hinweise auf mögliche Mehreinnahmen lösen aber vielfach die Haushaltsprobleme nicht, die strukturelle Unterfinanzierung hält an.
Die Kommunen sollten deshalb mit einer „Kommunalen-Kosten-Nutzen-Bilanz (KKNB)“ auf Grundlage ihrer konkreten Haushaltszahlen untersuchen lassen, welche Auswirkungen ihr finanzielles Engagement tatsächlich im Haushalt und in der Außenwirkung für die einheimische Bevölkerung haben.
Haushaltsstudie „Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanz Tourismus“ – Darum!
Mit allen in der Aufgabenstellung aufgeworfenen Fragen beschäftigt sich die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus- Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanz (KKNB) “ als Erweiterungsmodul zu der dwif-Hauptstudie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“. Sie liefert alle erforderlichen notwendigen Aussagen zum Stellenwert und der Bedeutung des Tourismus für die Gemeinde oder Tourismusdestinationen.
Die Bearbeitung der KKNB-Studie erfolgt seit 15 Jahren in enger Kooperation mit dem dwif.
Leistungsinhalte – Vorgehensweise
Ersterfassung Haushaltsdaten – ganzheitliche Haushaltspotentialanalyse
Die Basis für die Erstellung der „Kommunalen Kosten-Nutzen-Bilanz“ bildet in der Regel immer der Haushaltsplan des vergangenen Jahres, da die Haushaltszahlen kompatibel mit dem abgeschlossenen Tourismusjahr (Bezugsjahr für die dwif- Wertschöpfungsstudie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“) sein müssen.
Als erster Schritt erfolgt eine ganzheitliche Analyse-Bestandsaufnahme (SWOT-Analyse) aller im Haushaltsplan enthaltenen Teilhaushalten mit ihren jeweiligen Produkten und den damit verbundenen Erträgen und Aufwendungen.
Folgende Unterlagen sind dazu notwendig:
In die Erfassung der kommunalen Kennziffern werden auch die im Beteiligungsbericht aufgezeigten touristischen Eigenbetriebe oder Gesellschaften mit einbezogen.
Querschnittsaufgabe Tourismus
Im zweiten Schritt werden nicht nur wie bisher die Produktgruppe Tourismus, sondern alle im Ergebnishaushalt enthaltenen Produktgruppen mit ihren Produkten-Einzelkonten auf Schnittstellen zum Tourismus untersucht und erfasst. Anhand der Besucher- und Nutzerzahlen wird die prozentuale Inanspruchnahme durch Gäste und Einheimische – speziell auch das sogenannte „Öffentliche Interesse, oder „der Einwohnerabschlag“ ermittelt.
Bei der Erhebung von Kur- Tourismusabgaben sind die Kommunen verpflichtet, den Nutzungsanteil ihrer Wohnbevölkerung prozentual- anteilmäßig zu berücksichtigen und solche Berechnungen vorzunehmen. Die KKNB liefert den Kommunen hierfür dazu eine wesentliche Grundlage.
Ermittlung touristisch bedingter Erträge und Aufwendungen
Auf Grundlage der ermittelten prozentualen Produktaufteilung werden sämtliche touristisch bedingten Erträge und Aufwendungen des Ergebnishaushaltes erfasst. Dazu kommen auch Ergebnisse- Eckdaten aus der Wertschöpfungsstudie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“. Besonders positiv im Ertragsbereich wirken sich die errechneten Anteile an den Konzessionsabgaben sowie die erstmalige Ermittlung der touristisch bedingten Steueranteile (z.B. Grundsteuer B, Gewerbesteuer, Anteile Einkommen – Umsatzsteuer, Vergnügungssteuer, Zweitwohnungssteuer) aus und verbessern meist wesentlich das Gesamtergebnis.
Im Aufwandbereich werden Kostenbeteiligungen in fast allen Produktbereichen (z.B. Verkehrsüberwachung, Straßenreinigung, Natur-, Umwelt-, Klimaschutz, Grünanlagen, ÖPNV u.ä.) erfasst. Im Bereich der Steuern-Umlagen werden die touristisch bedingten Mehrausgaben bei der Gewerbesteuer und Kreisumlage berücksichtigt.
Erstellung-Übergabe der „Kommunalen Kosten-Nutzen-Bilanz“
Vor der Übergabe der Kommunalen Kosten-Nutzen-Bilanz an den Auftraggeber wird der Schlussentwurf in einem internen Zoom-Meeting Vertretern der Kommune ausführlich erläutert und inhaltlich abgestimmt.
Das Ergebnis der KKNB (positiver oder negativer Saldo) zeigt der Kommune auf, welche Auswirkungen (Aufwendungen-Erträge) ihr finanzielles Engagement hat. Verdeutlicht wird dies in verschiedenen Vergleichsberechnungen. Besonders interessant ist die Berechnung der Umwegrentabilität. Diese drückt die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus – besonders auch für die einheimische Bevölkerung- aus. Ein oft erzieltes positives KKNB-Ergebnis ergibt automatisch eine positive Umwegrendite.
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für die KKNB beträgt – abhängig von der Größe der Kommune – drei bis fünf Monate. Alle Informationen sowie die zur Verfügung gestellten Daten und Unterlagen werden vertraulich behandelt. Der Ergebnisbericht wird digital als Power-Point-Bericht im PDF-Format übermittelt. Vielfach wird eine komplette Präsentation beider Studien (WiFA und KKNB) in entsprechenden Gremien gewünscht. Hierfür ist eine separate Auftragserteilung erforderlich.
Erfahrungswerte Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanzen
Über 76 zufriedene Kommunen, darunter kleine und große Tourismusgemeinden, Heilbäder und Kurorte bis hin zu Landeshauptstätten und Tourismusdestinationen nutzen und arbeiten mit den Ergebnissen der „Kommunalen Kosten-Nutzen-Bilanz“ in Verbindung mit der Basisstudie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“. Die breite Anwendung erstreckt sich erfolgreich über ganz Deutschland.
In den meisten Fällen wurde nachgewiesen, dass Tourismus nicht ursächlich für die Fehlbeträge im Haushalt verantwortlich ist. Bei ungefähr 70% der Kommunen konnte ein positives KKNB-Ergebnis ermittelt werden. Dies trug dazu bei, dass in diesen Fällen Tourismus sich selbst finanzierte.
Bedeutung-Mehrwert Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanz
Die Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanz gibt ausführliche Antworten zu allen gestellten Zielfragen.