Aktuelles

Kur- und Wallfahrtsort Todtmoos im Jubiläumsjahr mit touristischem Entwicklungskonzept "Todtmoos 2030"
Der Heilklimatische Kurort und Marienwallfahrtsort Todtmoos im Hochschwarzwald feiert 2018 sein 750 jähriges Jubiläum.

Nachdem nicht nur die politische Gemeinde, sondern auch die Katholische Kirchengemeinde "Unserer Lieben Frau" auf ihre jeweilige traditionsreiche Entwicklungsgeschichte voller Stolz zurückblicken können, wird mit zahlreichen- auch gemeinsamen - Veranstaltungen das ganze Jahr gefeiert. Gerade zum Jubiläumsjahr passte es auch, dass sich die typische Schwarzwaldgemeinde nicht nur mit der Vergangenheit, sondern auch mit der Zukunft beschäftigt.

Wunschgemäß wurden in der fast zwei jährigen Erarbeitungsphase die Bevölkerung in einem Lokalen-Agenda-21- Prozess mit eingebunden. Neben einer umfangreichen schriftlichen Einwohnerbefragung (Eigenimageanalyse) wurden nach einem ganzheitlichen Ansatz in einem Zukunftsforum Stärken und Schwächen und Entwicklungsmöglichkeiten - Leitbildansätze "Todtmoos 2030" nicht nur für den Tourismusbereich, sondern auch für die existenzwichtigen Bereiche Leben, Wohnen und Arbeiten formuliert.

Nachdem sich im Frühjahr 2018 der Gemeinderat mit dem ausführlichen Abschlussbericht beschäftigte, wurden der Bevölkerung in einer gut besuchten Bürgerversammlung die Entwicklungspotenziale des Heilklimatischen Kurortes Todtmoos 2030 aufgezeigt. Großes Interesse fand dabei auch die Vorstellung des kommunalen Leitbildes Todtmoos 2030, das neben qualitativen Zielen auch quantifizierbare Ziele bis 2030 aufzeigte. Mit einem Maßnahmenplan für die 4 Handlungsfelder Infrastruktur, Wohnen und Arbeiten, Tourismus und Kultur, Kirche und Vereine und Natur und Umwelt wurden Möglichkeiten der Umsetzung aufgezeigt. Der Maßnahmenplan war auch Grundlage für eine Prioritätenliste, die der Gemeinderat in der Zwischenzeit beschlossen hat.

Sehr gut aufgenommen wurde bei der Abschlussveranstaltung die aus dem hochdeutschen übersetzte Präsentation des Leitbildes in alemannisch.


Regionale Identität im Tourismus - kommunale, touristische Leitbilder jetzt auch in Mundart
Zunehmende Bedeutung gewinnt sowohl bei Gästen als auch bei Einheimischen die regionale Identität in den touristischen Destinationen Die regionale Kultur, das Brauchtum, landschaftsbezogene, regionale Architektur, regionale Produkte und auch die regionale Mundart werden bewusst erfolgreich vielfach schon in den Vordergrund gestellt.

Bayerische Mundart- "Bairisch"- ist schon lange in. Schwarzwaldhäuser, Schwarzwälder Schinken und alemannisch prägen genauso die herrliche Schwarzwaldlandschaft genauso wie der "Pälzer Woi" und die "Pälzer Lewwerworschd" die Pfalz mit ihren vielseitigen Urlaubsdestinationen.- Die derzeitige Diskussion um die Auswirkungen des "Overtourism" und der Hype um die Begriffsdefinition "Heimat" waren auch Gesprächsstoff bei der Erstellung der touristischen Entwicklungskonzepte des traditionsreichen badischen Kur- und Wallfahrsortes "Todtmoos 2030" und der pfälzischen Weinbaugemeinden "St. Martin 2030" und "Kirrweiler 2026". Die jeweils beteiligten Arbeitsgruppen legten großen Wert auf die Regionalität, Authentizität und besonders in diesem Zusammenhang auch auf ihre jeweilige Muttersprache, den Alemannischen und den Pfälzer Dialekt. Dies führte dazu, dass die kommunalen und touristischen Leitbilder nicht nur im üblichen hochdeutsch erstellt, sondern jeweils auch in alemannisch und pfälzerisch übersetzt wurden. Begeistert wurde dies von der einheimischen Bevölkerung, vor allen Dingen auch von den touristischen Leistungsträgern aufgenommen. Die in zahlreichen Betrieben plakatierten Mundart-Leitbilder erfahren eine besondere Aufmerksamkeit durch die Gäste.

Heilklimatischer Kurort- Wallfahrtsort Todtmoos 2030: Wer simer? Wer wemmer sii?

Wein-und Luftkurort St. Martin 2030 Leitbild: Wer mer sinn und was me sai wänn

Weinbau-staatl. anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde Kirrweiler 2026: Wer simmer und was wemmer sei



Tourismus im kommunalrechtlichen Spannungsfeld
Seit Jahren befinden sich Tourismusorte oder prädikatisierte Kurorte bei Haushalts- und Finanzproblemen in der Diskussion mit der Kommunalaufsicht. Im Spannungsfeld zwischen den sogenannten "Pflichtaufgaben" und Tourismus als "Freiwillige Aufgabe" wird den Kommunen auferlegt, Aktivitäten im Tourismusbereich zu kürzen oder gar einzustellen.

Gerade bei prädikatisierten Kurorten kann eine solche Vorgehensweise fatale Folgen haben, da die Gemeinden zur Aufrechterhaltung ihres Prädikates verpflichtet sind, bestimmte Einrichtungen vorzuhalten und touristische Aktivitäten vor Ort mit zu initiieren und sich dabei mit zu beteiligen. Unbestritten ist, dass Tourismus die Gemeinden nicht nur Geld kostet und immer nur defizitär ist, sondern dass er auch für viele Kommunen - gerade im Ländlichen Raum - der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist. Seit Jahren führt das dwif in Zusammenarbeit mit HPC mit seinen Untersuchungen zum Wirtschaftsfaktor Tourismus und seinen jeweiligen kommunalen Kosten-Nutzen-Bilanzen den Nachweis, dass Tourismus nicht nur die wichtigste Einnahmequelle - oft mit positivem Ergebnis-, sondern auch direkte Wirtschaftsförderung darstellt.

Aufgrund dieser zahlreichen bundesweiten Erfahrungswerte fordert HPC seit längerem, Tourismus wenigstens bei prädikatisierten Kurorten als "Freiwillige Pflichtaufgabe" im Kommunalrecht zu werten.

Tourismus als Pflichtaufgabe für Gemeinden

Bayerischer Heilbäder-Verband und DEHOGA Bayern fordern Kompetenzzentrum für Tourismus und Tourismus als Pflichtaufgabe für Gemeinden.
https://www.bayerischer-heilbaeder-verband.de/bayern-braucht-eine-zukunftsoffensive-tourismus


Wirtschaftsfaktor Tourismus - Die Lösung
dwif e.V. und dwif Consulting GmbH haben eine Basisstudie "Wirtschaftsfaktor Tourismus" entwickelt. HPC als dwif-Kooperationspartner hat ergänzend dazu das Modul "Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanz" entwickelt. Individuell und ortsbezogen werden damit folgende zwei Themenbereiche erfasst und analysiert:

Basisstudie Wirtschaftsfaktor Tourismus
Erfassung der touristischen Eckdaten, Ermittlung der touristischen Aufenthaltstage, touristische Umsätze in den unterschiedlichen Marktsegmenten und deren Bedeutung, Gesamtbruttoumsatz, Beschäftigungs- und Steuereffekte, Gesamtzusammenstellung mit ausführlicher Erläuterung

Kommunale Kosten-Nutzen-Bilanz (Auswertung kommunaler Kennziffern)
Erfassung allgemeiner örtlicher Strukturdaten, Satzungs- Ortsrecht- Analysen Steuern und Tourismusabgaben, ganzheitliche Haushaltsanalyse aller Einzelpläne oder Produktbereiche-gruppen (gesamter Haushaltsplan mit Beteiligungsbericht, Wirtschaftsplänen, Bilanzen, etc.), Ermittlung-Auflistung möglicher touristischer Produktbereichs-Schnittstellen mit prozentualen Anteilen im Ertrags-Aufwandsbereich, Gesamtzusammenstellung Kosten-Nutzen-Bilanz, Kurzbewertung Stellenwert freiwillige Aufgabe- Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Kommune.